Sonntag, August 13, 2006

Angekommen

Der erste Blogeintrag aus Quito. Where to begin? I don’t now…perhaps at the beginning:

Weil manche Leute mit einem ziemlich festgefahrenen und verworrenen Weltbild an irgendeinem Ort der Welt es einfach nicht lassen können Bomben in Flugzeuge zu schmuggeln um sich und 200 andere Menschen in die Luft zu sprengen, müssen wiederum andere Leute an einem ganz anderen Ort der Welt mit weißen Einwegplastikhandschuhe meine Käsefüße auf Sprengsätze untersuchen. Dass nen ich mal Globalisierung. Aber alles der Reihe nach:

Aufgrund der Ereignisse von London wurden die Sicherheitsvorkehrungen in alle Flughäfen verschärft, dass bedeutete für mich: Ich musste auf meinem Flug nach Ecuador ca. 5-7 Sicherheitskontrollen über mich ergehen lassen. Bei fast allen die gleiche Prozedur:
Rucksack und Laptoptasche auf ein Band legen, Laptoptasche öffnen, Gürtel, Armbanduhr Schlüsselanhänger und sonstige Tascheninhalte ablegen, Schuhe ausziehen. Ab und zu gab es dann noch ein Bonusprogramm, z.B Ganzkörperbefummeln (inklusive der bereits erwähnten Käsefüße) oder Taschen durchwühlen . Zumindest waren die meisten Sicherheitsbeamten ziemlich freundlich.

Die Flüge waren ganz angenehm. Es gab Hägendaz Eis, Pasta, die den Namen nicht verdiente, viele Amerikaner und holprige Landungen.
Von Atlanta nach Quito hab ich zwei sehr nette Mädels aus New Hampshire kennen gelernt: Alex und Rebecca. Sie sind siebzehn und gehen noch auf die Highschool.
Ein paar ihrer ersten Fragen:

Is Amsterdam in Germany?
Are there any Nazis in Germany?
Do you eat rats or guineapigs in Germany?
Do you have computers in Germany?

Ich weiß nicht was man denen auf der Highschool beibringt…
Naja, außer ihren komischen Vorstellungen von Deutschland waren sie wirklich freundlich und ich war froh, dass ich mich etwas unterhalten konnte, wobei mein English mir mal mehr, mal weniger im Weg stand. But it works.

Nach neunzehn Stunden bin ich dann endlich in Quito angekommen. Meine Vermieterin Liz Barigga hab ich gleich gefunden, wobei ein Schild mit meinem Namen drauf eine großen Beitrag dazu leistete.
Liz hat mich zusammen mit ihrem Mann Fabiàn und ihrer sechsjährigen, unglaublich süßen Tochter Alana abgeholt. Die Tochter hat mich gleich mal mit einem riesigen Wortschwall überhäuft. Leider konnte ich mit meinen zwei Sätzen „Me llamo Andreas“ und „Tengo veintitres anos“ nicht so sehr Konversation mit ihr treiben. Zum Glück ist Liz Englisch Lehrerin. Da lief das Gespräch dann schon zweiseitiger.

Mein Apartment ist wirklich in Ordnung. Es ist echt groß, hat ne Küche, einen kleinen „Wohnbereich“, ein Schlafzimmer und ein Mini Bad. Es ist sauber und gemütlich. Es ist meine erste eigene Wohnung. Unbelievable.

Heute (Samstag) hab ich meine ersten Runden durch Quito gemacht. Am Nachmittag hat mich Fabiàn an einem Shopping Mall abgesetzt und abends sind wir zusammen mit Liz durch die Stadt gefahren, damit ich mal einen Überblick bekomme. Der erste Eindruck:

Es ist erstmal ein unglaublicher Ausblick, weil die Stadt rings um von riesigen schneebedeckten Bergen/ Vulkanen umgeben ist. Die Sonne scheint unglaublich stark. Es ist alles sehr trocken, die meisten Wiesen sind eher olivgrün bis braun. Die Leute sind manchmal so wie man sie sich vorstellt: Mit Poncho und typischer Kopfbedeckung. Manchmal sind sie aber auch mit ihrem Tommy Hilfiger Shirt, stylische Friseur und Blue Jeans kaum von einem Europäer zu unterscheiden. (Für meinen Onkel und Weltenbürger Mr. Kratschmann: Saure Yakmilch hab ich noch keine gesehen)

Man kommt auch nicht umhin den großen Unterschied zwischen Arm und reich zu bemerken. An jeder großen Straßenkreuzung sind Kinder oder Leute in Rollstühlen die betteln, oder andere die für etwas Kleingeld irgendeine Dienstleistung anbieten. Wenn man abends durch die Stadt fährt, sieht man an vielen Ecken die größeren und kleinere Müllberge der Bewohner, die von mehreren, Menschen, Alte wie auch Kinder, in der Hoffnung etwas nützliches zu finden, durchwühlt werden. Liz meinte dazu nur, dass wäre die ecuadorianische Art des Recyclings.

Es ist einfach vieles anders, und vieles ist doch überall gleich. Fußball zum Beispiel. Es gibt hier einen großen Park „parque la carolina“, auf dem gibt es ca. 5-10 staubtrockene und ziemlich holprige Fußballfelder auf dem sich alle Altersklassen treffen um zu bolzen. Wenn man da mal ne Weile zuschaut, fühlt man sich doch gleich wieder ein Stück mehr zuhause. Es gibt gute und schlechte Fußballer, es gibt die Schauspieler und Selbstdarsteller, es gibt die, die von außen reinbrüllen, es gibt Diskussionen und Rudelbildung und es gibt leidenschaftliche oder zumindest laut vorgetragene Ansprachen in der Halbzeitpause. Home is where soccer is…

So weit von hier. Hoff euch geht’s allen gut

Buenas noches

andy

PS: Da es irgendwie nicht funktioniert hier vom Internet Café Bilder in den Blog zu laden müsst ihr euch wohl oder übel die Bilder auf meinem Gmx Account anschauen. Dazu müsst ihr euch bei gmx.de mit andy_goes_ecuador@gmx.de und dem Passwort comein06 anmelden und dann auf der linke Seite auf Mediacenter klicken. Enjoy it!

11 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Tatsächlich, du bist in Quito angekommen:-) Ist echt schön, von dir zu hören. Wir haben hier zwar keine Schneeberge, aber so arg weit sind wir nicht davon entfernt... 7 Grad in der Nacht.

So, und jetzt schau ich mir deine Bilder an. Mach es gut in der Ferne:-)

PS: wir waren am Sonntag mit Frame-less beim Maxx-Camp in Füssen. Da kannst du dir auch mal die Bilder auf unserer HP anschauen!

Anonym hat gesagt…

Am Anfang dachte ich,HEz, die Höhenluft macht dir ja gar nichts aus. Du bist einfach ein Mordssportsmann. Gestern bin ich dann das erste mal bei dreiundzwanzig Grad ca. ne dreiviertel Stunde durch Quito gelaufen. Danach war mein Kreislauf so im Keller, dass ich froh war zuhause anzukommen.

Hochmut kommt vor dem Fall...

Anonym hat gesagt…

Hier bei uns ist alles beim alten. Das Wetter soll nun endlich wieder ein bisschen besser werden. Unsere Fussballmannschaft verliert weiterhin jedes Spiel. Ich bin mal gespannt, wie es wird, wenn die neue Runde anfängt! Hast du schon Leute kennen gelernt?

Halt die Ohren steif!

Anonym hat gesagt…

"Gestern bin ich dann das erste mal bei dreiundzwanzig Grad ca. ne dreiviertel Stunde durch Quito gelaufen. Danach war mein Kreislauf so im Keller, dass ich froh war zuhause anzukommen."

Das beruhigt einen so konditionslosen Menschen, wie mich, dass selbst Du mal in Sauerstoffschuld kommst!
Sonst wünsche ich Dir ne schöne Zeit in einem atemberaubenden Land mit zum Teil noch nahezu unberührter Natur, wie die Galapagos-Inseln!
Viel Spaß bei dieser einmaligen Erfahrung...

Marcus Deuchler

Anonym hat gesagt…

Salute!

Andy, da weiß ich gar net was ich sagen soll. Finde es total schön, mit deinen Worten ein so interessantes Land hähergebracht zu bekommen. Guter Blog! Und das muss ja echt alles sehr intensiv sein wenn man solche Länder besucht. Du bist ja auch einer von denen, die Augen für die kleinen Dinge haben. Falls du dazu kommst: schreib mal bitte was über Düfte des Essens, Geräusche in der Innenstadt, Autokultur und so Zeug.

Wünsche dir ein adaptives Lungenvolumen, viele Eindrücke, Zeit für nen Matetee und Ruhe, Frieden, Tiefe in deiner Seele.

Be blessed, Hajo

DinoLustig hat gesagt…

Hallo Andy,
hast schon einige Comments erhalten. Ich hoffe Dein Kreislauf hat sich wieder stabilisiert. Was macht Dein spanisch Unterricht? Mache viele Bilder von der Umgebung, damit wir uns für Weihnachten darauf einstellen können. Lass mal wieder was von Dir hören.
Gruss Papa

Anonym hat gesagt…

Hallo Andi!
Wir freuen uns, dass du gut angekommen bist und sich alles so positiv anhört. Wir werden in Zukunft öfter hier vorbei schauen. Wir wünschen dir weiterhin viele neue Erfahrungen und viel Erfolg beim Spanisch lernen.
Grüße aus Auerbach, Familie Steinhagen

Anonym hat gesagt…

Hallo Andy.

Schön etwas von Dir zuhören. Freue mich, dass alles so geklappt hat und du gut angekommen bist. Ich werde auch weiterhin deinen Blog verfolgen. Logo. Es ist echt interessant andere Länder und Kulturen anzusehen. Und wie Hajo schon sagte, du beschreibst das wirklich gut und es macht Spaß zu lesen. Bis dann. De Jhule.

Sei gesegnet.

Anonym hat gesagt…

Hallo Tessla´s Timo,
nur weil ich hier noch nicts reingeschrieben habe, bedeutet das nicht, dass ich das nicht verfolge. Der Stress des absoluten Nichts-tuns hat mich bisher massiv daran gehindert ;-)
Ich und Pumella vermissen dich schon sehr. Unsere Kinoabende (haben uns bisher nicht getraut ohne dich zu gehen - weiß aber nicht ob wir es bis zu deiner Rückkehr durchhalten), unser Beisammensein und unsere Gemeinschaft beim Essen (irgendwie essen wir voll oft was zusammen - woran das bloß liegt?). Jedenfalls hab ich die Homies heut gefragt, ob wir Flammkuchen essen gehen beim Gerd in Rastatt.... bin gespannt, ob sie ihre "wie bekomme ich unter verwendung der minimalen Anzahl an Flammkuchen die Gäste am schnellsten gestopft voll" Taktik inzwischen geändert haben. Du weißt ja: erster Flammkuchen: schnell servieren, dann konstant langsamer und zum Schluss noch mal ein Doppel- oder Trippelschlag für das "Sättigungsgefühl(max)" ums mal physikalisch auszudrücken....
Es gäbe noch einiges zu erzählen, aber ich bin ja voll im Stress, in spätestens 2 min muss ich dringend wieder nichts tun ;-)
in sofern: take care.
dein Ali (und die Pumi)

Anonym hat gesagt…

Servus Andy,
die Terrorvorsichtsmaßnahmen werden tatsächlich immer verrückter. Vor kurzem wurde der Bahnhof in Rastatt für sage und schreibe 1 Std. 30 Min. gesperrt, weil ein herrenloser Schülerrucksack gefunden wurde. Die Sprengstoffexperten stellten fest, dass der Rucksack leer war. Heute wurde sogar von ein paar Politikern der Vorschlag gemacht, künftig bewaffnete Zugbegleiter in Zügen einzusetzen - ist doch unglaublich. Scheinbar war das was du am Flug erlebt hast nur der Anfang...
Aber diese Strapazen hast du ja bereits überstanden und genießt hoffentlich die Zeit in Ecuador. Am Wochenende habe ich gelesen, dass 200 km südlich von Quito ein Vulkan ausgebrochen ist. Hast du das auch schon gehört? Vielleicht packt dich ja die Abenteuerlust und du machst einen Ausflug dorthin :-)
So jetzt wünsche ich dir noch viel Spaß - lass es krachen!

Anonym hat gesagt…

Hey, Andi!

Schön von dir mal zu hören....das wird ja nun wohl öfter so sein ^^

Auf jeden Fall mal soweit viel Spaß in der Ferne ;)

Machs gut,

der Peter