Samstag, September 30, 2006

Telefongespräche

Ich hab ein Telefon in meinem Apartment. Fabian, der Mann von Liz, hat auch ein Telefon in seinem Büro. Er arbeitet freiberuflich als Ingenieur und hat irgendwas mit Wasser zu tun. Die beiden Telefone hatten dieselbe Nummer. Deswegen klingelte ab und zu mein Telefon, obwohl ich noch niemandem meine Nummer gegeben hatte. Das habe ich noch nicht gemacht, weil ich das Telefon eigentlich gar nicht brauche. Telefonieren vom Internetcafé aus ist um ein Vielfaches günstiger.
Seinen Job, sich Gehör zu verschaffen, erledigt das Telefon in meinem Apartment überaus erfolgreich, sein Klingeln lässt sich wohl am besten mit markerschütternd beschreiben. Jedoch störten mich bisher die vereinzelten Anrufe von Fabians Kunden, nicht wirklich. Ich hab mich deshalb auch nie beschwert.
Umso überraschter war ich, als mir Fabian und Liz erzählten, dass sie beschlossen hätten, die beiden Leitungen zu trennen, und mir eine eigene Nummer zu geben. „Schön“, so dachte ich bei mir, „ich benutze das Telefon zwar nicht, aber es ist auch nicht das Schlechteste, wenn ich nun nicht mehr durch die vereinzelten Anrufe gestört werde“…..

Ich hab ein Telefon in meinem Apartment. Das ecuadorianische Arbeitsministerium hat auch ein Telefon. Die beiden Telefone haben wohl seit kurzem sehr ähnliche Nummern. Tatsache ist auf jeden Fall, seit ich die neue Nummer habe, bekomme ich ständig Anrufe von Leuten, die gerne mit jemandem vom Arbeitsministerium sprechen würden. Und diese Leute sind äußerst hartnäckig. Denn nimmt man mal einen Anruf nicht entgegen, so kann es schon vorkommen, dass man sich ein bis zwei Minuten an dem immer wiederkehrenden Bling, Bling, Bling des Telefons erfreuen darf. So bleibt mir also nichts anderes übrig, als die Anrufe anzunehmen und den überraschten Leuten zu erklären, dass sie mitnichten mit dem Arbeitsministerium sprechen. Ich bin mal gespannt wie lange es dauert, bis es alle Arbeitslosen geschnallt haben, dass das Ministerium eine andere Nummer hat. Bei 33% Arbeitslosigkeit hier im Land kann das aber noch etwas dauern…

Latacunga ist eine Stadt mit ca. 70 000 Einwohnern. Sie liegt ungefähr eineinhalb bis zwei Busstunden von Quito entfernt. Sie bietet eigentlich nicht sehr viele Attraktionen für Touristen. Das ändert sich schlagartig, an zwei bestimmten Daten im Jahr, an denen sich die Stadt in einem kleineren Ausnahmezustand befindet. An diesen Wochenenden im Jahr findet das traditionelle Fest „Mama Negra“ (=schwarze Mutter) statt. Zu diesem Fest strömen allerlei Menschen aus ganz Ecuador und unzählige Touristen in den Ort und besetzen alle Hostels, Hotels und andere Unterkünfte, so dass die Stadt, zumindest im Zentrum, aus vielen Nähten platzt. Ich hab mit das ganze Spektakel nicht entgehen lassen und bin zusammen mit Ulrike, einer Deutschen die auch bei Liz wohnt, und ein paar ihrer Kollegen nach Latacunga gepilgert.

Es stellt sich natürlich die Frage, was diese Fiesta denn so besonders und gleichsam anziehend für Touristen und Einheimische macht. Ich möchte mal behaupten, dass es unterschiedliche Gründe sind. Aber zunächst einmal zu dem Fest selbst.
Das Fest lässt sich wohl am ehesten als eine Mischung aus christlich katholischen und indianischen Ritualen beschreiben. Hier vermischen sich uralte Bräuche mit dem von den Spaniern eingeschlepptem christlichen Brauchtum. Hauptsächlich besteht das Fest aus einer großen Prozession, die sich durch die halbe Stadt schleppt. Hauptfigur dieses Umzuges ist die namens gebende „Mama negra“. Zu Pferde sitzend trägt sie eine schwarze Holzmaske, mit großen stechend schwarzen Augen, dicken, roten Lippen und einer tiefschwarzen Perücke. In der einen Hand wiegt sie ein ebenso schwarzes Baby mit Riesenschnuller, in der anderen befindet sich ein blasebalgähnliches Gummiding, mit dem die schwarze Mutter eine milchähnliche Flüssigkeit verspritzt. Um ihren Hals winden sich rosa Plastikperlenketten und bunt bestickte Tücher.
Begleitet wird diese abstruse Figur von allerhand anderen Gestalten, die ihr bisweilen in ihrer Schrägheit in nichts nach stehen. Es gibt Prinzen in lila Umhängen und mit großen Samtturbanen, es gibt zahllose Tänzergruppen, in unterschiedlichen Satinkostümen, die einstudierte Choreographien auf ihrem Weg durch die Menge zum Besten geben. Es gibt alle paar Meter eine Blaskapelle die ohne Unterlass das immergleiche, typisch südamerikanisch klingende Lied spielt. Es gibt Männer und Frauen in Soldatenuniformen, Pickelhaube und halbdurchsichtigen Masken, mit dickbäckigen rosa Wangen und Schnautzer.
Und dann ist da noch eine Gruppe von Leuten, die sich in weiße Hennenkostüme geschmissen hat, und aussieht, als sei sie der Hühner Ku-Klux-Klan und die ebenso weißen Maskenmänner mit orange-blauen Hütten und langen Tanzstäben.
Am herausragendsten aber sind diejenigen, die sich auf ihren Rücken eine ganz besondere Last geschnallt haben. Durch die Menge tanzend tragen sie einen Turm aus rohen, geschlachteten Meerschweinchen, Ecuadorfahnen und Whiskey- oder Rumflaschen. Überragt werden diese Elemente von einem dicken Schwein, vor dessen Schnauze meistens noch ein Bild der heiligen Jungfrau Mercedes befestigt ist. Diese Türme sind ein bis zwei Meter hoch und müssen wohl ziemlich schwer sein, denn immer direkt hinter den Träger laufen Männer mit kleinen Tischchen auf denen der Fleischalkoholturm zur Erholung abgestellt werden kann. Besonders an den steilen Hängen der Stadt ist dies auch bitter nötig und wird alle fünf bis zehn Meter durchgeführt.

Umgeben wird der Umzug von der mittanzenden und mitsingenden, interessierten Menge und unglaublich vielen, unglaublich unterschiedlichen Verkaufsständen. Die einen Verkaufen das gute, einheimische Pilsner Bier, andere gebratene Schweinsköpfe und wieder andere Bohrmaschinen und abgebrochene Puppenbeine.

Der Umzug startet morgens gegen zehn Uhr in der Frühe vor der Kirche La Merced, die ihren Namen von der schon erwähnten Jungfrau Mercedes hat. Dort bekommen die unterschiedlichen Gestalten den Segen der Jungfrau. Dazu versammeln sie sich vor dem Eingang der Kirche, vor dem eine lebensgroße Puppe der Jungfrau steht, und halten ab und zu eine kleine Rede oder bewegen sich rhythmisch zu den Klängen der Blaskapellen.
Danach beginnt dann der Marsch durch die Stadt. Dass ganze dauert bis nachmittags um fünf und zehrt wahrscheinlich ganz schön an den Kräften der Beteiligten.

Wenn man jemand fragt, was den bitte der Sinn hinter all den mysteriösen Handlungen ist, so erhält man oft sehr unterschiedliche Auskünfte. In meinem Reiseführer ist man sich nicht sicher ob es sich um eine Inszenierung der Einheimische über die Ausweisung der Mauren aus Spanien handelt, oder ob das Fest die Verbildlichung des starken psychologischen Schocks ist, den die Einheimischen erlitten, als die Spanier das erste Mal aneinander gekettete, afrikanische Sklaven durch Latacunga führten.
Der Mann an der Rezeption unsres Hotels erzählte uns hingegen, dass es bei dem Fest um die Verarbeitung der vielen Vulkanausbrüche des nahen Vulkans Cotopaxi geht, der die Stadt 1742, 1768, 1877 dreimal in ihrer Geschichte komplett zerstörte.
Meine Theorie zu dem ganzen ist diese: Die Ecuadorianer lieben es einfach zu feiern und suchen sich deshalb jede Gelegenheit in der das möglich ist. Dass nämlich bei dem ganzen Fest der Alkohol auch in Strömen fließt merkt man spätestens dann, wenn vereinzelte Betrunkene Schlägereien mit der ansässigen Bürgerwehr anfangen und die ersten Stühle fliegen.

Das wäre also der Grund der Einheimischen das Fest zu besuchen. Die Faszination für Touristen wie mich liegt wohl eher in dieser fremdartig anmutenden Prozession und dem verrückten Ablauf des Festes.

Am Abend des Festtages versammelt sich dann die halbe Welt auf einem großen Festplatz, der am Rand mit allerlei Vergnügungsspielebuden gesäumt ist und in dessen Mitte sich mehrere ca. fünf Meter hohe Türme befinden, die allesamt mit den unterschiedlichsten Feuerwerkskörpern behangen sind. Diese Türme werden unten angezündet. Die einzelnen Kracher entfachen sich dann von unten nach oben gehend selbst und bilden eine große Gesamtkomposition. An den Seiten sind meist große, hell leuchtende Feuerräder befestigt, die sich wild um sich selbst drehen. Den Abschluss an der Spitze bilden dann unterschiedliche Figuren die mehr oder weniger spektakulär in Brand gesetzt werden und oft auch noch Raketen in den Sternehimmel schießen. Dass es die Ecuadöner mit der Sicherheit nicht so ernst nehmen, wurde dabei schnell klar. Zum Beispiel gab es da einen Turm, an dessen Spitze sich eine Nachbildung der Mama negra befand. Einmal entzündet, begann selbige in wilden Bewegungen, die auffallend an Inspektor Gadget erinnerten, Raketen und Kracher in die umstehende Menge abzufeuern. Männern, die mit brennenden Feuerräder oder ähnlichem über ihren Köpfen wie verrückt umher rannten komplettierten das Chaos. Nicht verwunderlich war dann auch dass es einige Haarprachten oder Hemdärmel zu löschen gab. Es war auf jeden Fall ein riesen Spaß für die Überlebenden.
Von dem ganzen Spektakel in Latacunga gibt es viele Fotos und ein Video auf meinem geh-ehm-iks-Akaunt (wie der Ali ihm liebevoll getauft hat).

In den letzten zwei Wochen hab ich jeweils fünf Stunden pro Woche in der achten Klasse Mathe unterrichtet. Meine erste Stunde war schon noch ziemlich aufregend, aber mein Mentor war damals ganz zufrieden und meinte, dass es für den Anfang schon gut war. Die nächsten Stunden liefen dann immer flüssiger, und es macht echt Spaß mit der Klasse zu arbeiten. Die meisten sind eigentlich relativ gut in Mathe und sie sind auch wirklich interessiert und wollen was mitbekommen, und es ist nicht jedes Mal eine Qual bis man sie zum Arbeiten und Mitdenken gebracht hat. Ich musste auch noch nicht meine Rute herausholen und einige kleine Schülerhände wund und blau schlagen. Kleinere Ermahnungen waren bisher alles, was nötig war um die Bande im Zaum zu halten.

Es gab natürlich auch ein oder zwei Tiefpunkte. Letzten Freitag, zum Beispiel, hatte ich eine Doppelstunde, die ziemlich chaotisch war. Es war kurz vorm Wochenende und die Kids waren dementsprechend drauf und wollten nicht wirklich was arbeiten, sondern eher Poker spielen oder dergleichen. Mit der Situation wusste ich nicht so recht umzugehen und ich war relativ unflexibel, und hab stur an meinem Konzept festgehalten. Das war nicht so gut und hat auch nicht so viel Spaß gemacht, aber ich hab draus gelernt und die Doppelstunde gestern lief dann echt gut.

Was mich auch wirklich freut, ist, dass ich mich echt gut mit meinem Mentor verstehe. Unser Verhältnis wird eigentlich immer besser und beschränkt sich jetzt nicht immer nur darauf über den Unterricht oder die Schule zu reden oder strikt am Protokoll festzuhalten. Ab und zu diskutieren wir mehr oder weniger leidenschaftlich über Physikalische Probleme und rechnen zusammen daran rum um raus zu finden, wer Recht hat. Oder wir bauen zusammen ein Experiment auf und diskutieren wie man es noch verbessern kann. Und als ich ihm erzählt hab, dass ich nächstes Wochenende an den Strand will, war es erstmal überhaupt kein Problem den Freitag frei zu bekommen und er hat mir sogar noch angeboten sein Boogey Board auszuleihen. Das ist also eine schöne Sache.

Am Mittwoch war der erste Elternabend, den ich natürlich unbedingt sehen wollte. Ganz so spektakulär wie ich es mir vielleicht vorgestellt hatte, war es dann nicht, aber es war durchaus interessant. Jens, mein Mentor wollte den Elternabend eigentlich relativ kurz machen, kurz ein paar Sachen sagen, die Elternvertreter wählen und frühzeitig wieder zuhause sein. Den Eltern war dass anscheinend nicht so wichtig.

Die Elternvertreterwahl ist hier auch etwas Besonderes. Ich hab mich mit einer Mutter unterhalten und sie meinte, es sei auch schon vorgekommen, dass die anwesenden Eltern einfach ein Elternteil, das eben nicht anwesend war, einstimmig zum Vertreter bestimmt hätte, einfach weil sie meinten, derjenige hätte das noch nicht so oft gemacht und müsste sich jetzt eben mal opfern.

Bei der Wahl in Jens Klasse lief das zwar nicht so ab, war aber, wie so oft in Deutschland auch, relativ zäh. Die beiden Vertreter des letzten Jahres, die ziemlich engagiert wirkten, waren auch noch in anderen Komitees vertreten und wollten sich nicht noch mehr Arbeit aufhalsen. Mit derselben Ausrede, nämlich „mucho trabajo“ (=viel Arbeit), verzichteten dann auch die meisten anderen Eltern und es dauerte ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde bis sich zwei Elternteile dazu bereit erklärt hatten, dieses Joch zu tragen.

An dem was danach sollte, konnte man vielleicht ein klein wenig erkennen, oder auch nur erahnen, warum die Regierungen und Politiker hier nicht so viel auf die Reihe bekommen. Es gab allerlei Diskussionen über die Sicherheit der Kinder, ob man deutsche oder ecuadorianische Geschichte unterrichten sollte und wie schwer denn dass neue Schuljahr für die Schüler werden wird. Ein Merkmal dieser Diskussionen war, dass viele Leute gerne viele Worte machten und doch nicht vieles sagten, oder vieles einfach redundant war. So war es dann nichts für Jens mit früh heimkommen und auch ich war erst um zehn Uhr zuhause.

Zum Abschluss würd ich gerne noch einen kleinen Wettbewerb ins Leben rufen. Da ich ab und zu doch ein klein wenig Zeit hab, ich die meisten Bücher aber, die ich aus Deutschland mitgebracht hab, schon durchgelesen hab und die Bücher hier relativ teuer sind, greife ich doch von Zeit zu Zeit zu meinem Laptop um mich zu vergnügen. Da dieser für Vergnügungsfreudige nicht so viel zu bieten hat, muss ich mich mit so Spielen wie Minesweeper rumschlagen, was aber eigentlich auch viel Spass macht. Naja lange Rede, kurzer Sinn, ich werde meine Bestzeiten von Minesweeper auf den GMX-Account hochladen und wer mag kann versuchen, sie zu schlagen. Den Leuten die es schaffen, versprech ich jetzt schon mal, jedem ein halbes Kilo Kokain aus Kolumbien, oder wahlweise ein rasiertes Meerschweinchen mit zu bringen. Wobei eigentlich die Ehre und der unglaubliche Ruhm, der den Siegern zu Teil werden wird, Ansporn genug sein sollte.

Deswegen schließe ich heute auch mit dem sportlichen Gruß: „Waldmannsahoi“

Arbeitsamtangestellter


PS: Meinen ersten Besuch beim Frisör haben doch tatsächlich ein paar Haare überstanden und für vier Dollar hab ich einen ganz guten Schnitt bekommen. Beweisfotos folgen.

Dienstag, September 19, 2006

Mein Opa hat Geburtstag, tralalala...

... und dafür wünsch ich ihm alles alles gute und vor allem viel Gesundheit. Ich bezweifel zwar, dass er sich die Internetseite auf seinem Laptop anschaut, aber vielleicht kann ihm ja jemand meine Glückwünsche ausrichten.

Also Opa, alles gute und ich hoff du feierst schön, und lässt die Puppen tanzen :-)

Dein Andi

Sonntag, September 17, 2006

Das erste Mal

Ja, ja, das erste Mal birgt mancherlei Überraschung und Erfahrung, mit der man zuvor vielleicht gar nicht gerechnet hätte. Dabei können allerlei Missgeschicke passieren, und man kommt sich im Nachhinein ganz schön naiv vor. Es wäre manchmal vielleicht ganz gut gewesen, wenn man jemand gehabt hätte, mit dem man vorher darüber hätte reden können und der einen vor den gröbsten Schnitzern bewahrt hätte. Aber wem soll man sich in so einer heiklen Sache schon anvertrauen. Es sind wohl einfach Erfahrungswerte die man für sich selbst sammeln muss. Traurig aber wahr. Wovon ich eigentlich rede:

Mein erstes Mal mit der Wäscherei!

Da ich hier in meinem Apartment nicht selbst waschen kann, muss ich meine ganze Wäsche zu einer Wäscherei schleppen und dort waschen und bügeln lassen. Das muss ich so alle zwei Wochen machen. Mein erstes Mal ist also jetzt schon wieder ungefähr zwei Wochen her. Warum ich erst jetzt darüber schreibe, werdet ihr, denke ich bald verstehen.
Da ich mich mit den Gepflogenheiten der Wäschereien hier nicht so auskannte und auch etwas sehr faul bin, hab ich mein erstes Mal immer weiter hinausgezögert, bis mich, eines Tages, aus meinem Kleiderschrank nur noch zwei einsame Unterhosen und ein Paar Socken traurig anschauten. Es wurde also höchste Zeit, die Sache anzugehen.

Man hat vom ersten Mal ja schon einiges gehört, kann sich es aber nie so richtig vorstellen es auch selbst zu tun. Aber es gab jetzt wohl kein zurück mehr, wenn ich nicht ohne Unterhose in die Schule gehen wollte, und so weit ist mein Schamgefühl noch nicht zurückgebildet.

Ich pack also meine schmutzige Wäsche in zwei Plastiktüten, eine von Karstadt, eine vom Supermaxi (ist hier eine große Supermarktkette), und mach mich auf den Weg zur zwei Blocks entfernten lavanderia (=Wäscherei). Durch eine mit Gitterstäben geschützte Tür, begrüßt mich eine überaus freundliche Frau. Die Tür hat eine kleine Durchreiche, durch die man sein Hab und Gut an die Frau übergeben kann. Es dauert eine kleine Weile, bis ich ihr begreiflich machen kann, dass die eine Tüte nur zum Waschen, die andere zum Waschen und Bügeln ist. Aber irgendwann hat sie’s kapiert, wiegt meine Tüten und schreibt mir die Rechnung. Es kostet etwas weniger als zehn Dollar. Ein ganz annehmbarer Preis, finde ich und ziehe, sehr zufrieden mit meinem ersten Mal wieder von dannen. Siehste, is doch gar nich so schlimm wie alle sagen.

Zwei Tage später, wie von der Frau geheißen, komm ich wieder, bereit, meine blitzeblanke, flunderflachgebügelte Wäsche in Empfang zu nehmen. Wieder werde ich durch weiße Gitterstäbe mit weißen Strahlezähnen begrüßt. Die ungebügelte Wäsche ist in einem großen durchsichtigen Plastikbeutel gebündelt, die gebügelten Sachen sind sauber und ordentlich in mehreren kleineren Beuteln untergebracht. Es macht alles einen sehr sauberen Eindruck.

Aus dem einen Beutel grinsen mich rote Cavin Klein Eierbecher (das sind Unterhosen, für alle Unwissenden) an. Schön, denke ich, bis auf die Tatsache, dass ich solche gar nicht besitze. Ich weiße die Frau darauf hin und sie meint, ich solle doch erst mal alles nach Hause nehmen und dann einfach die Sachen raussuchen und wiederbringen, die mir nicht gehören.

Zuhause stelle ich fest, dass sich auch noch zwei mir unbekannte, olivgraugrüne, hässliche T-Shirts, in den Beuteln befinden. Dazu kommen noch fünf weitere Calvin Klein Unterhosen. Dafür fehlen meine wunderschönen H&M Boxershorts und zwei T-Shirts von mir. Auf höfliches Anfragen, bei der Frau mit dem Dauerlächeln, meint sie, ich solle doch morgen noch mal wieder kommen, sie kläre das bis dahin mit dem Mann von der Wäscherei, por favor.

Nach zwei weitere Tage bekomme ich die erste Anzahlung meiner Kleider. Die Boxershorts. Auf die T-Shirts warte ich noch mal ungefähr zehn Tage. Letzten Donnerstag dann hatte ich wieder alles zusammen.

Heute musste ich wieder meine Kleider hinbringen. Aber ich hab dieses Mal immerhin noch drei Reserveunterhosen und ich hab Buch geführt über jedes Stück, dass ich abgegeben hab. Man lernt ja schließlich aus dem ersten Mal und sagt man nicht es solle von Mal zu mal schöner werden…

Letzten Freitag hatte ich ein weiteres erstes Mal. Mein erstes Mal auf einer ecuadorianischen Behörde.

Wenn man, wie ich, ein Visum für Ecuador besitzt, muss man das bis spätestens dreißig Tage nach Ankunft registrieren lassen. Freitag war der achtundzwanzigste Tag.
Als ich in Deutschland mein Visum bekommen hab, bekam ich gleichfalls einen Zettel auf dem draufstand, wann ich wohin gehen muss, welche Unterlagen ich mitbringen muss und wie viel Geld ich für die Registrierung bezahlen muss.
Ich nehms mal vorne weg, bis auf die dreißig Tage hat keine der Angaben gestimmt, bzw. war keine der Angaben vollständig. Aber der Reihe nach.

Eigentlich wollte ich schon am Donnerstag zu der Einwanderungsbehörde gehen. Die hat hier den schönen Namen: La Direccion General del Extranjero del Gobierno.
Auf dem Zettel stand die Straßenecke an der das Gebäude sein sollte. Dort standen zwei Prachtbauten, die alle irgendwas mit Extranjero im Namen hatten. Ich war natürlich in beiden und in beiden war ich falsch. Die Behörde zu der ich hinsollte, war gegenüber auf der anderen Straßenseite, zu erreichen über einen kleinen Nebeneingang in einem Hochhaus von Toyota.

Als ich dann dort war, erklärte mir ein Polizist, dass die Behörde nur morgens von 9.30 Uhr bis 12 Uhr auf hat. Ich solle doch morgen früh wiederkommen, por favor.

Am nächsten Tag hatte die Behörde tatsächlich offen. Als ich im vierten Stock ankam, hab ich, wie es sich gehört, einen Zettel gezogen, und vielleicht zwanzig Minuten gewartet. Das geht ja schnell, frohlockte schon mein Unwissendes ich.
Doch der ältere Herr am Schalter gab mir auf meinen Erklärungen, was ich denn hier will, einen Zettel in die Hand, auf der die Adresse der Behörde stand zu der ich eigentlich sollte. Die war mehr oder weniger fünfzehn Blocks entfernt.

Also ab in den Bus und die fünfzehn Blocks abgefahren. Als ich an der anderen Behörde ankam, war es dann schon so kurz nach zehn.
Auch hier ist das Gebäude eher unscheinbar und auch hier muss man in den vierten Stock gehen. Oben angekommen muss man sich in ne etwas längere Schlange stellen. Nach einer Weile in der Schlange, fällt mir auf, dass so ziemlich alle Leute in der Schlange ihre Unterlagen in einem gelblichen DIN A4 Umschlag haben. Auf Nachfrage heißt es dann, dass die Behörde nur die Unterlagen annimmt, die in einem solchen Umschlag und einem Ordner präsentiert werden. Auch davon stand natürlich nichts auf meinem Zettel, den ich so hoffnungsvoll aus Deutschland mitgebracht hatte. Also bin ich wieder raus aus der Schlange, die vier Stockwerke nach unten und hab einen Schreibwarenladen gesucht.

Wie es der Zufall will, stehen am Eingang des Gebäudes, zwei über beide Ohren grinsende Einheimische, die Ordner und Umschlag zu je 25 Cent verkaufen, was natürlich für deutsche Verhältnisse, nicht sehr viel ist, für hier aber, und da bin ich mir sicher, ein Wucherpreis ist. Naja, ob diese beiden seriösen Geschäftsmänner nun ein Abkommen mit der Regierung haben oder nicht, war mir dann auch egal. Ich wollte nur so schnell wie möglich einen Ordner und einen Umschlag.

Mit diesen beiden Utensilien wartet man dann, mehr oder weniger eine halbe bis dreiviertel Stunden. Dann wird man zum ersten Beamten vorgelassen. Der schaut sich die Unterlagen kurz an, macht ein zwei Hacken, und gibt dir einen grünen Pappzettel zu deinem Umschlag (Codename: Passierschein A 38).

Damit geht man sich dann in die nächste Schlange anstellen. Diesmal ungefähr ne viertel bis halbe Stunde Wartezeit. Der Beamte hier, füllt wieder etwas aus, gibt dir einen Wisch für ne Bank mit, zu der du dann gehen musst und zehn Dollar (und nicht acht, wie auf meinem Zettel beschrieben) zahlen musst. Die Bank ist ungefähr sechs Blocks weg, dass dauert also auch noch mal ne dreiviertel Stunde. Zurückkommen, heißt dann wieder sich in die Schlange einreihen und wieder ne halbe Stunde warten, bis man dann schließlich fertig ist. Und das in einem wirklich ganzheitlichen Sinne.

Insgesamt, war ich von zehn bis halb zwei in der Behörde. Fürs erste hab ich eigentlich genug von den ersten Malen. Leider sollte ich nächste Woche mal zum Frisör gehen. Wieder so ein erstes Mal. Bin mal gespannt, was mich da für Überraschungen erwarten. Vielleicht bekomm ich ja bald ne Glatze…

Ach ja, so neben her geh ich auch noch zur Schule. Die letzten eineinhalb Wochen waren sogar schon Schüler da. Mein Tagesablauf sieht üblicherweise so aus:
Ich steh um 5.45 Uhr auf, versuche, die Kälte und die Leere in meinem Körper mit einem Tee und einem Müsli zu vertreiben, bevor ich um 6.30 Uhr an der Straße stehen muss, um den Schulbus zur Schule zu nehmen. Der Bus benötigt etwas weniger als ne dreiviertel Stunde nach Cumbaya, wo die deutsche Schule sich befindet.
In der Schule hab ich mir die letzten zwei Wochen so durchschnittlich 15 – 18 Stunden Unterricht angeschaut und versucht so viel wie möglich darüber zu lernen, was es heißt ein guter Lehrer zu sein. Die Lehrer sind eigentlich alle sehr offen für Unterrichtsbesuche, deswegen ist es auch eigentlich kein Problem, sich viele verschiedene Lehrer anzuschauen. Die Schüler reagieren von Ignorieren, über kurzes Nachfragen, bis Chips unter der Bank anbieten, ganz unterschiedlich auf mich, aber anscheinend sind es die meistens gewöhnt, dass ihnen jemand beim Unterricht zuschaut.

Das Schulleben, scheint mir doch etwas anders als in Deutschland. In Deutschland hatte ich oft das Gefühl, dass die Lehrer sehr darauf bedacht sind, die Distanz zu den Schülern zu wahren, und diese auch ja nie zu unterschreiten. Hier ist das ganze etwas persönlicher, möchte ich es mal nennen. Die Lehrer haben hier, glaub ich, nicht so viel Angst, ihre Autorität durch zu viel Nähe zu verlieren. Dass fängt schon damit an, dass das Lehrerzimmer ein großer, mit vielen Fenstern durchleuchteter Raum ist. Jeder Schüler kann reinschauen, und die Lehrer genauer begutachten. In den Pause, gibt es oft große, lange Schlange vor dem Lehrerzimmer und es ist niemand da der den Schüler die Tür vor der Nase zuschlägt und ihnen noch „In den Pausen nicht!“ hinterherschnauzt. Manche Lehrer bekommen High Five zur Begrüßung von den Jungs, und ein Küsschen auf die Wangen von den Mädchen. So was, wär in Deutschland glaub ich, schon sexuelle Belästigung.

Auch der Unterricht kann manchmal schon sehr anders sein. In höheren Klassen, kann es schon vorkommen, dass, sobald ein Mädchen an die Tafel geht um etwas vorzurechnen, alle Jungs anfangen ihr hinterherzupfeifen und Knutschgeräusche zu machen. Das Macho-Gen steckt also auch schon in den jungen Exemplaren der Spezies Latinoamerikaner.

Das Klassensystem hier ist sehr verwirrend, selbst ich bin jetzt nach knapp drei Wochen noch nicht so ganz durchgestiegen. Es gibt zum einen Nationale Klassen, in denen nur ecuadorianische Schüler sind. Diese werden fast ausschließlich auf Spanisch unterrichtet, haben Deutsch als Fremdsprache und ab und zu einen Fachunterricht auf Deutsch.
Dann gibt es Deutsche Klassen, in denen nur auf Deutsch unterrichtet wird und in denen, zumindest bis zur zehnten Klasse nur deutschstämmige Burschen und Mädels vertreten sind. Dann gibt es neben den deutschen Klassen noch so genannte DF Klassen, in denen Seiteneinsteiger drin sind. Das sind sehr gute ecuadorianische Schüler, die einen Spezialkurs bekommen und nach der zehnten in eine deutsche Klasse wechseln können.

Nach der zehnten Klasse, werden dann nach bestimmten Auswahlkriterien, die besten Ecuadorianische Schüler ausgewählt und haben die Möglichkeit das deutsche Abitur zu machen.

Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass es meist auch schon in den unteren Klassen in den deutschen Kurse einige Schüler gibt, die zwar deutschstämmig sind, also eine deutsche Mutter oder einen deutschen Vater haben, aber nicht so gut deutsch sprechen. Das heißt man muss in seinem Fachunterricht sehr aufpassen, welche Worte man wählt, man muss vieles von den Schülern wiederholen lassen, um zu überprüfen, ob sie auch verstanden haben, was man sagen möchte. Auch bei vielen Textaufgaben, muss man erst mal überprüfen, ob die die Worte verstanden haben, bevor man sich daran machen kann, ihnen Mathe oder Physik beizubringen. Es geht also alles etwas langsamer und das Leistungsniveau ist auch um einiges niedriger als an vielen Gymnasien in Deutschland.

Am nächsten Montag werd ich meine erste Stunde halten. Einer achten Klasse werde ich versuchen beizubringen, wie man Terme umformt, vereinfacht, aufstellt, auswertet usw.
Momentan bin ich grad in den Vorbereitungen. Das erweist sich schwieriger als man denkt, wenn man so was noch nie gemacht hat. Aber mein Mentor hilft mir einiges, und hat sich heut auch Zeit genommen, sich mit mir hinzusetzen und über meine Pläne zu diskutieren. Das hat Spass gemacht und hat mir auch was gebracht. Er meinte die Vorbereitungen, bzw. die Ideen wären gut und er sei gespannt, wie der Unterricht am Montag dann wird. Ich meinte, man kann auch die besten Vorbereitungen noch ordentlich in den Sand setzen. Er meinte: Stimmt! und hat gelacht.

Soweit von mir. Ich freu mich wie immer natürlich über jede Rückmeldung. Ach ja, der Frage wegen, wer denn das Eis für die verständlichste Erklärung bekommt: Ich finde Hansi und Martin haben sich beide eins verdient, von daher muss ich wohl schon mal sparen bis ich wieder komm. In diesem Sinne, lasst es euch gut gehen und always keep the head up

Lernender Lehrer

PS: Am Wochenende war ich im alten, kolonialen Teil von Quito und hab ein paar Bilder geschossen und die natürlich wieder auf meinen gmx-Account hochgeladen. Für alle die zu faul sind des Passwords wegen nach unten zu scrollen, sei es hier noch mal aufgeführt:
andy_goes_ecuador@gmx.de">andy_goes_ecuador@gmx.de
comein06

Sonntag, September 03, 2006

Das Spielfeld der Ehre

Am Samstag hatte ich mein erstes offizielles Fußballspiel mit der Mannschaft meines ehemaligen Spanischlehrers Efrain Condor. Die Mannschaft nennt sich Tottenham.

Jedes Viertel in Quito hat seine eigene Liga, manchmal auch mehrere Ligen, so wie ich das bis jetzt mitbekommen hab, wobei ich da noch nicht ganz durchgestiegen bin. Das Viertel in dem Efrain wohnt und Fußball spielt befindet sich im Nordosten Quitos, nennt sich Comite del Pueblo und gehört eher zu den ärmeren Vierteln Quitos.
Es gibt in dem Viertel etwas mehr als hundert Fussballmannschaften und zwei Fussbalfelder! Das hat zur Folge, dass man meist nur jedes zweite Wochenende ein Spiel hat. Man erfährt auch erst mittwochs zuvor auf welchem Fussballfeld man spielt.

Das Spiel fand auf dem Spielfeld, mit dem aussagekräfitgen Namen „Nummer eins“ statt. Um von meiner Wohnung dahin mit dem Bus zu gelangen, hab ich heute etwas mehr als eine dreiviertel Stunde gebraucht. Den Unterschied zum touristischen und etwas reicheren Zentrum Quitos merkt man schon in den ersten Minuten, wenn man in das Viertel hinein fährt. Etwas mehr Chaos und Durcheinander, viel weniger angestrichenen Häuser, statt dessen blanker Betonputz. Es gibt im ganzen Viertel nur eine Ampel und keinen einzigen weisshäutigen, flipfloptragenden, fotoknipsenden Gringo. Da fühlt man sich schon mal etwas mehr wie ein Ausländer. Aber es war ne schöne Sache, nicht nur das für Touristen aufgeräumten Zentrum zu sehen, sondern dahin zu gehen, wo die Leute wirklich wohnen.

Das Spielfeld besteht hauptsächlich aus Staub, kleineren bis mittelgroßen Steinen, Betonputz und grauem Sand. Hier traut sich, glaub ich, kein Grashalm her. Der Platz ist umgeben von zwei bis zweieinhalb Meter großen Betonwänden und hat eine kleine mit Eisengitter geschützte Tribüne. Ein typisches Hinterhofstraßenfussbalfeld also. I loved it.

Jeder Spieler muss 25 Cent bezahlen um das Spielfeld benutzen zu können. Das Spiel sollte um vier Uhr nachmittags beginnen. Ich war um ca. zwanzig nach drei da. Ich war der dritte, nach dem Trainer und dem Manager der Mannschaft. Die ersten Spieler kamen dann so gegen viertel vor vier.

Der Ball war hart und leicht, genau so wie er nicht sein sollte. Zusammen mit dem holprigen, steinigen Platz waren das also genau die Vorraussetzungen, die ich als Ausnahmetechniker benötige um meinen Zauberfussball zu zelebrieren.

Es waren ungefähr zwanzig bis dreißig Zuschauer da, wobei die meisten wohl eher der gegnerischen Mannschaft, zugeneigt waren, das ließ sich aus ihren lautstarken Anfeuerungsrufen schließen.
Auch während dem Spiel gab es, fast wie zuhause, die vielen Reinbrüller, die sich jederzeit mit kehligen Rufen Gehör verschafften. Was zur Abwechslung mal ganz angenehm war: Hier versteh ich die ganzen sinnentleerten Phrasen nicht.

Die Gegner nannten sich „Esperanza“, was Hoffnung heißt. Hoffnung war auch das einzige was ihnen bis zum Ende blieb. Die Punkte behielt meine Mannschaft.

Das Spiel endete 11 zu 9 für uns. Ich hab einen Elfmeter verursacht, ein Tor vorbereitet und eines geschossen. Lief also alles wie immer :-)
Das Ergebnis spiegelt auch durchaus die Fähigkeiten ecuadorianischer Mannschaften wieder. Technisch sehr beschlagen, im Spiel nach vorne äußert spielfreudig und intelligent, in der Abwehr spielen sie aber so wie sie Auto fahren. Harakiri und totales Chaos. Da konnte selbst meine ordnende Hand nichts mehr retten… hüstel :-) Naja, um ehrlich zu sein, eigentlich hatte ich ziemlich zu kämpfen selbst die Übersicht zu behalten, zumindest in der ersten Hälfte, als ich in der Abwehr gespielt habe.

In der Halbzeit stand es drei zu drei und es gab einen Campingplastikbecher voll Wasser. Da es aber nur einen Becher für alle gab, musste man sich etwas gedulden, bis man seine staubtrockene Kehle etwas benetzen konnte.

Ach ja was auch ganz witzig war: Die Torwarte hier. Nette Kerle, wirklich, aber man freut sich über jeden Ball den sie mal fangen. Ein beliebter Trick ist hier deswegen auch: Einfach mal beim Anspiel aufs Tor schießen. Der Torwart wird ihn sich dann schon selbst irgendwie reinfummeln. Hat auch tatsächlich einmal geklappt. Leider war unsere Mannschaft die Leidtragende.

Was mir auch noch sehr heimatliche Gefühle verursacht hat: In der letzten Minute musste natürlich noch jemand wegen Meckerns vom Platz und es gab noch einen Elfmeter. Der änderte zwar nichts mehr am Ergebnis, war aber noch ne schöne Sache für die Zuschauer. Als Schiri ist man ja auch immer etwas Entertainer und verantwortlich für die Unterhaltung der Zuschauer.

Duschen gab es natürlich keine. Das bedeutete mit staubigen, schweißnassen Füßen in die Socken und Jeans. Mann, was ein schön schmieriges Gefühl…

Im Moment, so ca. drei Stunden nach dem Spiel, schmerzen mir meine Fersen, von dem harten Spielfeld, ich hab beide Ellebogen aufgerissen und bin froh einen schönen, erfahrungsreichen Tag hinter mir zu haben.
Vielleicht geh ich heut Abend noch Salsa tanzen. Gegen den Muskelkater. Sozusagen das Auslaufen nach dem Spiel…

Bis bald

Ballverliebter Bub